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Romane mit KI schreiben ist wie Pfusch am Bau, wenn du das Handwerk nicht beherrschst

Schreiben mit KI ist wie Pfusch am Bau, wenn du das Handwerk nicht beherrschst

KI ist ein Thema, das momentan vor allem die schreibende Zunft umtreibt und die Gemüter spaltet. Werden wir alle arbeitslos, wenn KI in Zukunft die Bücher schreibt und lektoriert? Müssen wir uns tatsächlich damit auseinandersetzen, um nicht abgehängt zu werden?

Obwohl es inzwischen selbst ernannte Autoren gibt, die hundertfach pro Jahr KI-generierte Romane auf den Buchmarkt schleudern, glaube ich nicht daran. Und ich sage euch auch, warum:

Wenn mir KI-unterstützte Romane unter die Lektorenlupe kommen, fällt vor allem eins auf: Einheitsbrei. Oft hölzern und ohne wesentliche Tiefe. Ich habe auch den Eindruck, dass Autoren, die mit KI schreiben, ihren Text nicht wirklich kennen – was das Überarbeiten und Verbessern für sie ungleich schwerer macht. Erst wenn ich mein Produkt in- und auswendig kenne, kann ich Stärken hervorheben und Schwächen verbessern.

 

Was kannst du tun, um dich und deinen Roman von der KI-Bücher-Flut abzuheben?

 

Schreiben mit KI ist wie Pfusch am Bau, wenn du das Handwerk nicht beherrschst

Eine KI generiert Texte nicht individuell. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten, wendet an, was gängig ist und „gut erscheint“ und: Sie nimmt es mit der Genauigkeit nicht allzu ernst. Effizienz geht bei ihr über Konsistenz.

Was meist dabei herauskommt: Stilistischer Einheitsbrei, der kaum voneinander zu unterscheiden ist. Mit geringem Anspruch sowohl an die Leser als auch an die Romanfiguren. Fehlerbehafteter Schrott, für den Leser auch noch ihr sauer verdientes Geld zahlen sollen.

 

Von der Verantwortung, ein Werkzeug zu führen

Ich will KI nicht verteufeln; sie kann ein wunderbar hilfreiches Werkzeug sein. Aber sie ist eben nur das: ein Werkzeug. Und wie das so ist mit Werkzeugen: Sie müssen geführt werden. Wer das Handwerk nicht versteht, der kann selbst mit dem besten Hammer kein ordentliches Loch in die Wand bohren. 😉 Oder, um es mit den Worten des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick zu sagen:

 

»Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.«

 

Was das fürs Romanschreiben bedeutet?

Wenn du nur intuitiv schreibst und vom Schreibhandwerk wenig bis keine Ahnung hast und dich beim Schreiben voll und ganz auf die Einschätzung und Vorschläge einer KI verlässt, wendest du immer nur blind das eine Werkzeug für alle Probleme an und bist nicht in der Lage zu unterscheiden, ob der Text durch das Eingreifen der KI nun gut bzw. besser geworden ist oder nicht. Dann führst nicht DU dein Tun, sondern überlässt die Führung einer Maschine – und du hast am Ende keinen Schimmer, wie das Ergebnis einzuschätzen ist. Es ist im Prinzip nichts anderes, als würdest du als passionierter Hobbybastler ein gesamtes Haus mit einem einzigen Werkzeug planen und selbst bauen, ohne wirklich zu wissen, was du da tust.

 

Geht nicht, oder?

 

Eindimensionale Problemlösung liefert eindimensionale Ergebnisse

Als Autor bist DU der Architekt, der Statiker, der Maurer- und Elektrikermeister und und und – kurz: DU bist der Verantwortliche sämtlicher Gewerke, die es braucht, um deinen Weltenbau auf ein solides Fundament zu stellen, ihn auszubauen, zu verfeinern und auf Hochglanz zu polieren. Die Verantwortung kannst du als Autor nicht an ein Werkzeug abgeben – und sei es noch so gut. Wenn du das Handwerk nicht beherrschst, die Stärken und Schwächen deines einzigen Werkzeugs nicht kennst und es deshalb nicht sicher führen kannst, wird es schwierig mit der Verantwortung. Dann weißt du nicht, ob die Vorschläge der KI wirklich etwas taugen oder nicht. Dann weißt du nicht, ob die Dosis eines angewandten Stilmittels passt oder nicht. Du weißt dann vermutlich noch nicht einmal, ob es überhaupt ein Stilmittel ist. Und du kannst dann auch nicht unterscheiden, ob der KI-generierte Schreibstil deinem eigenen Stil entspricht – und was du tun musst, um der Lage Herr zu werden.

 

Ok, wenn schon nicht den Roman mit KI schreiben, dann wenigstens durch KI prüfen lassen – ernsthaft?

Wenn du annimmst, das Lektorat wird günstiger, weil du vorher eine KI drüber jagst: Vergiss es! KI-geprüfte Texte liegen meist meilenweit, ach was sag ich, Lichtjahre entfernt davon, reif für den Feinschliff zu sein, der das Lektorat ja normalerweise nun mal ist. KI-unterstützte Texte zu lektorieren – insbesondere, wenn Autoren das Handwerk nicht von A bis Z beherrschen –, ist wesentlich aufwändiger und dadurch mit weit höheren Kosten für Autoren verbunden.

Und weniger Spaß macht es zudem auch, nur mal nebenbei bemerkt. Mir als Lektorin, weil das Bearbeiten von hölzernem Einheitsbrei nun mal fade schmeckt und man irgendwann vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, und dir als Autor, weil du wesentlich mehr und öfter überarbeiten musst, als ohne Eingreifen einer KI. Zudem will ich als Lektorin nicht nur deinen Roman verbessern, sondern auch dich als Autor, Autorin, also als den Menschen dahinter, in deinem individuellen schriftstellerischen Prozess stärken und weiterbringen. Mein Lektorinnenherz schlägt für Romane und ihre Autoren, nicht für eine Maschine, die oftmals mehr verschlimmert als verbessert.

 

Was kannst du also tun, wenn du einen wirklich guten Roman schreiben willst?

Verlasse dich nicht auf den Einsatz eines einzigen Werkzeugs, das du nicht sicher führen und dessen Ergebnisse du nicht kontrollieren kannst. Erweitere stattdessen lieber deinen eigenen Werkzeugkasten und schaffe dir Skills drauf, die dich dazu befähigen, deinen Weltenbau und alles drumherum aus eigenen Stücken zu planen, aufzubauen und zu verfeinern. Ob du das in Eigenregie mit guten Schreibratgebern tust oder dich von einem versierten Schreibcoach ausbilden lässt: go for it! Und erst wenn du das alles selbst kannst, spricht nichts dagegen, auch mal ein Werkzeug einzusetzen, dessen Führung du sicher beherrschst und über dessen Eingreifen du jederzeit die volle Kontrolle hast, weil du weißt, was warum zu tun oder zu lassen ist.

Oder würdest du dich von jemandem am offenen Herzen operieren lassen, der eigentlich nicht weiß, was er da tut?

 

Wer entscheidet, hat die Macht

 

Wir alle wissen: KI ist nicht mehr aufzuhalten. Sie wird irgendwann, in welcher Form auch immer, wie selbstverständlich zu unser aller Leben gehören. Da können wir uns heute dagegen wehren, so viel, wie wir wollen. Wir halten den Fortschritt nicht auf. Aber oft leider auch nicht die Nachteile, die uns daraus entstehen können. Es liegt an uns. Es wird das, was wir Menschen zulassen und was wir daraus machen.

 

Die Tücken beim Schreiben mit KI liegen in erster Linie nicht bei der Maschine, sondern bei dir selbst.

 

DU musst das Handwerk verstehen und beherrschen, damit du die Ergebnisse einer KI beim Schreiben kontrollieren kannst. DU musst deinen Text besser kennen als deine Hosentaschen, damit du erkennst, wo KI Murks baut und wo nicht. Die Entscheidung und die damit einhergehende Verantwortung liegen immer bei dir!

 

Und Entscheidungen aus Expertise liefern eindeutig bessere Ergebnisse als Entscheidungen aus Unwissen.

 

Möge die Schreibmacht mit dir sein! 

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